Wasserstoff Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende, da er als sauberer Energieträger fossile Brennstoffe ersetzen kann. Besonders für schwer zu dekarbonisierende Sektoren wie die Stahl-, Chemie- und Schwertransportindustrie ist er essenziell, da direkte Elektrifizierung dort oft nicht möglich ist.
Allerdings wird Wasserstoff derzeit überwiegend aus fossilen Energieträgern wie Erdgas gewonnen, was mit hohen CO₂-Emissionen verbunden ist. Erneuerbarer Wasserstoff, der durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom produziert wird, ist die nachhaltige Alternative. Weltweit gibt es zahlreiche Initiativen und Investitionen, um die Produktion und Nutzung von erneuerbarem Wasserstoff voranzutreiben. Langfristig soll Wasserstoff gezielt dort eingesetzt werden, wo keine besseren klimafreundlichen Lösungen existieren.
Inhaltsverzeichnis
Wasserstoffstrategie des Bundes
Österreichs hat im Jahr 2022 eine Wasserstoffstrategie veröffentlicht, die anhand konkreter Aktionsfelder einen gezielten und effizient im Gesamtsystem eingebetteten Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff in strategischen Verbrauchssektoren zeigt. Damit sollen Investitionen in eine erneuerbare Wasserstoffproduktion angetrieben und gleichzeitig zukunftsfähige Geschäftsmodelle gefördert werden.
Gleichzeitig soll eine geeignete Infrastruktur für den Transport von Wasserstoff aufgebaut werden, vor allem durch die Nutzung und den gezielten Umbau der bestehenden Erdgasinfrastruktur in eine reine Wasserstoffinfrastruktur. Ebenso wird die Zusammenarbeit Österreichs mit potentiellen Handelspartnern für Wasserstoff intensiviert, Importmöglichkeiten erarbeitet und heimischen Unternehmen Perspektiven für Handelsmöglichkeiten aufgezeigt.
- Wasserstoffstrategie für Österreich (PDF, 2 MB)
- Executive Summary in Deutsch (PDF, 547 KB)
- Executive Summary in Englisch (PDF, 1 MB)
Im Jahr 2024 wurde der erste Umsetzungsbericht der Wasserstoffstrategie vorgestellt. Der Bericht ist Teil der Monitoringvorgaben aus der im Juni 2022 präsentierten Strategie und zeigt die Fortschritte in der Umsetzung der Maßnahmen der österreichischen Wasserstoffstrategie auf. Er beleuchtet die Transformation der Wirtschaft und des Energiesystems durch den gezielten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die Dekarbonisierung energieintensiver Sektoren, den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur sowie internationale Partnerschaften. Förderprogramme und finanzielle Unterstützungen tragen dazu bei, Österreich als klimaneutralen Industriestandort zu positionieren, während Forschungsförderung und Innovationsprojekte die technologische Entwicklung vorantreiben.
Umsetzungsbericht zur Wasserstoffstrategie für Österreich (PDF, 14 MB)
Wasserstoff im internationalen Kontext
Importmöglichkeiten für erneuerbaren Wasserstoff nach Österreich
Neben der Eigenproduktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen in Österreich wird der Import aus EU- und Drittstaaten in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.
Eine Studie des Ministeriums aus dem Jahr 2022 untersucht die verschiedenen Optionen zum zukünftigen Import von erneuerbarem Wasserstoff nach Österreich.
Importmöglichkeiten für erneuerbaren Wasserstoff (PDF, 4 MB)
International Hydrogen Trade Forum (IHTF)
Das Internationale Wasserstoffhandelsforum wurde 2023 von mehreren Ländern und der EK auf Basis einer gemeinsamen Erklärung ins Leben gerufen und soll den Dialog zwischen den Regierungen über die Rolle des Wasserstoffs bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen und der Bewältigung des Klimawandels fördern.
Mit dem Aufbau internationaler Wasserstoffversorgungsketten wollen die Regierungen saubere Energie aus Regionen mit reichlich vorhandenen erneuerbaren Ressourcen in Regionen mit begrenztem Zugang transportieren und damit die Notwendigkeit von Investitionen in die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette unterstreichen.
Österreich ist seit 2024 als Mitgliedsland vertreten, seine Teilnahme ist ein wichtiger Schritt zum Aufbau von internationalen Lieferbeziehungen für erneuerbaren Wasserstoff.
International Partnership for Hydrogen and Fuel Cells in the Economy (IPHE)
Die Internationale Partnerschaft für Wasserstoff und Brennstoffzellen in der Wirtschaft wurde 2003 gegründet und ist eine internationale zwischenstaatliche Partnerschaft, deren Ziel es ist, den Übergang zu sauberen und effizienten Energie- und Mobilitätssystemen unter Verwendung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien zu erleichtern und zu beschleunigen. Die Arbeitsgruppen der Partnerschaft beschäftigen sich unter anderem mit Regulationen, Standards und Sicherheit, Ausbildung, Zertifizierungsmechanismen sowie dem Handel und Umwelteinflüssen von Wasserstoff.
Home International Partnership for Hydrogen&Fuel Cells in the Economy
Clean Energy Ministerial Hydrogen Initiative (CEM H2I)
Die Clean Energy Ministerial Hydrogen Initiative (CEM H2I) ist eine internationale, freiwillige Regierungsinitiative mit dem Ziel, den Ausbau und die kommerzielle Nutzung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien in verschiedenen Wirtschaftsbereichen zu anzukurbeln. Die Initiative konzentriert sich darauf, internationale Zusammenarbeit in Politik, Programmen und Projekten zu fördern, um die wirtschaftliche Nutzung von Wasserstoff in allen Wirtschaftssektoren zu beschleunigen.
Österreich arbeitet in der Arbeitsgruppe zum "Roundtable on the Northwest European Region" an der Analyse der Wasserstoffmarktentwicklungen in Nordwest Europa, welche im Rahmen des "Northwest European Hydrogen Monitor" veröffentlicht wird. Die Analyse basiert auf der Marktforschung der Internationalen Energieagentur und einem regelmäßigen Informationsaustausch zwischen dem IEA-Sekretariat und nationalen und industriellen Interessengruppen.
Nordwesteuropa steht bei der Entwicklung von emissionsarmem Wasserstoff an vorderster Front. Diese Region macht etwa die Hälfte des gesamten Wasserstoffbedarfs Europas aus und verfügt über ein enormes und ungenutztes Potenzial an erneuerbaren Energien und Kohlenstoffspeicherung in der Nordsee. Sie verfügt außerdem über ein gut ausgebautes, vernetztes Gasnetz, das teilweise umfunktioniert werden könnte, um die Übertragung und Verteilung von emissionsarmem Wasserstoff von den Produktionsstätten zu den Bedarfszentren zu erleichtern.
Northwest European Hydrogen Monitor 2024 – Analysis - IE
Wasserstoffförderungsgesetz und EU Wasserstoffbank
Die Europäische Kommission hat im Rahmen der Europäischen Wasserstoffbank eine zweite RFNBO-Wasserstoff-Auktion mit einem Fördervolumen von 1,2 Milliarden Euro durchgeführt. Die Auktion war von 3. Dezember 2024 bis 20. Februar 2025 geöffnet. Detaillierte Informationen zur Auktion finden sich auf der im Funding Portal der Europäischen Kommission (europa.eu).
Österreich nimmt in dieser Auktion mit nationalem Budget in der Höhe von 400 Millionen Euro im Rahmen des auction-as-a-service (europa.eu) teil. Auction-as-a-service ermöglicht es Mitgliedstaaten, eigene Finanzmittel für die Vergabe von Fördermitteln für zusätzliche nationale Wasserstofferzeugungsprojekte bereitzustellen, während von den EU-Auktionen Gebrauch gemacht wird. Die Kommission führt die entsprechende Auktion durch, bei der die (nationalen) Projekte ermittelt werden, die zunächst aus dem Budget des Innovationsfonds und dann aus dem nationalen Budget vergeben werden. Detaillierte Informationen zur Auktion und zur Teilnahme Österreichs finden Sie auch auf der Website der nationalen Förderabwicklungstelle (aws.at).
Für die Teilnahme an diesem "auction-as-a-service"-Mechanismus müssen die Bestimmungen der Leitlinien für staatliche Klima-, Umweltschutz- und Energiebeihilfen eingehalten werden.
Entwurf Förderungsrichtlinie
Der Entwurf "Förderungsrichtlinie für die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff nicht biogenen Ursprungs im Rahmen des Wasserstoffförderungsgesetzes" (PDF, 1 MB) im Rahmen des Wasserstoffförderungsgesetzes gemäß § 7 Wasserstoffförderungsgesetz WFöG (RIS), BGBl. I Nr. 69/2024 enthält weiterführende Bestimmungen zur Teilnahme Österreichs an der Auktion der EU-Wasserstoffbank 2024 und beinhaltet die Förderbedingungen der Europäischen Kommission "Innovation Fund IF24 Auction". Darüber hinaus regelt die Richtlinie die nationale Förderabwicklung, einschließlich Monitoring und Kontrolle.
Der Entwurf steht unter dem Vorbehalt der ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission sowie des finalen Einvernehmens und Erlasses.
Hinweis
Der Entwurf der Förderrichtlinie kann derzeit leider nur in einer nicht-barrierefreien Form angeboten werden.
Öffentliche Konsultation
Gemäß der beihilferechtlichen Grundlage ist für diese Maßnahme vorab eine öffentliche Konsultation durchzuführen, um die Angemessenheit und die Auswirklungen auf den Wettbewerb zu bewerten.
Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) hat von 11. Juli 2024 – 12. August 2024 eine Konsultation zu den Fördermodalitäten der zweiten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank durchgeführt (Dokument: Terms & Conditons EU Hydrogen Bank (europa.eu)). Ebenso wurden Projektbekundungen für die Teilnahme an der zweiten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank über das österreichische "auction-as-a-service" abgefragt. Projektbekundungen dienen der Erhebung der Situation in Österreich zu möglichen Projektteilnahmen im Rahmen der nächsten Auktion der Wasserstoffbank. Durch die Meldung eines potentiellen Vorhabens im Rahmen dieser Erhebung entsteht kein Förderanspruch. Die Rückmeldungen waren freiwillig und werden vertraulich behandelt.