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Carl Szokoll Österreichischer Widerstand gegen das NS-Regime im Regierungsgebäude

Ein Kind des Ersten Weltkriegs

Die Geschichte des österreichischen Widerstandes gegen das Nationalsozialistische Regime ist eng mit der Person Carl Szokolls verbunden. Geboren im Kriegsjahr 1915, heirateten seine Eltern erst nach der Rückkehr des Vaters aus russischer Kriegsgefangenschaft im Jahr 1918: Aus Carl Schöpfleuthner wurde Carl Szokoll. Sein Werdegang war zunächst ganz geprägt vom Ehrgeiz seines Vaters, der Angehöriger des kaiserlichen Hoch- und Deutschmeisterregiments und später Berufssoldat im österreichischen Bundesheer war.

Carl Szokoll 1936. Militärakademiker und Korporal im 1. Jahrgang der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt.
Carl Szokoll 1936. Militärakademiker und Korporal im 1. Jahrgang der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt. Foto: Heeresgeschichtliches Museum Wien

In den Fußstapfen seines Vaters sollte Szokoll bis zum Offizier aufsteigen, ein Ziel, das für seinen Vater unerreichbar geblieben war. Schon als Jugendlicher erwies sich Szokoll einerseits als künstlerisch veranlagt, andererseits war er aber auch sehr sportlich und galt als hervorragender Turner. Als er die Matura mit Auszeichnung abschloss, gelang es seinem Vater mittels guter Kontakte, ihm trotz seiner geringen Körpergröße eine Karriere als Offizier zu ermöglichen.

1934 begann Szokoll seine Karriere im Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister des österreichischen Bundesheeres in der Roßauer Kaserne in Wien.

Als Jahrgangsbester der Einjährig-Freiwilligen wurde Szokoll in die Theresianische Militärakademie aufgenommen. Auch diese absolvierte er mit Bravour und trat als Berufssoldat in das österreichische Bundesheer ein.

Seine große Liebe

Carl Szokoll mit „Christl“ Kukula
Carl Szokoll mit „Christl“ Kukula; Foto: Privat

Im Jahr 1936 hatte Szokoll in einer Wiener Tanzschule seine große Liebe Christine Kukula kennengelernt. Eine Eheschließung scheiterte aber an seiner noch ungesicherten Berufsstellung, am Widerstand des Vaters und, nach der NS-Machtübernahme in Österreich, an der Diskriminierung von Christine. Sie galt im Sinne der Nürnberger Rassengesetze als "Halbjüdin".

Zur Hochzeit kam es erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs am 21. Juni 1945 – doch auch diese fand unter ständiger Furcht Szokolls vor einer Verhaftung durch die russischen Besatzer statt, die auch kurz darauf erfolgte. Mit seiner großen Liebe "Christl", mit der er einen Sohn hatte, blieb Carl Szokoll bis zu seinem Lebensende verbunden.

1938: "Österreich wird Gott überlassen"

Carl Szokoll
Carl Szokoll; Foto: Privat

Nach dem "Anschluss" wurde Szokoll als Leutnant im Kradschützen-Bataillon 2 der 2. Panzerdivision in die deutsche Wehrmacht übernommen. Als solcher stand er nach Kriegseintritt an der Front in Polen, später in Frankreich. In einem Gefecht gegen Angehörige des französischen Widerstandes wurde er am Trommelfell schwer verletzt und als nur mehr für den Garnisonsdienst tauglich eingestuft, den er ab Februar 1941 in Wien antrat. In der Folge zum Hauptmann befördert, übte er ab 1943 die Funktion eines Ordonanzoffiziers des XVII. Armeekorps aus, zuständig für die Materialbeschaffung. In dieser Funktion bezog er ein Büro am Stubenring 1.

"Operation Walküre"

Oberstleutnant i. G. Robert Bernardis
Oberstleutnant i. G. Robert Bernardis; Foto: Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes

Mittlerweile war in Szokoll die Überzeugung gereift, dass nur die Beseitigung Adolf Hitlers den Krieg und die Nazi-Diktatur beenden könne. Als ihn seine Tätigkeit mit regimekritischen Offizieren in Kontakt brachte, schloss er sich dem militärischen Widerstand gegen Hitler an. Dessen Aktivitäten führten zur "Operation Walküre".

Ziel der Operation war nicht allein ein Attentat auf Adolf Hitler, sondern die parallele vollständige Übernahme der Kontrolle über den NS-Machtapparat, die Unterdrückung allfälligen Widerstandes von NS-Anhängern und in weiterer Folge der Abschluss eines umgehenden Waffenstillstandes mit den Alliierten.

Für die Umsetzung des Plans in Wien hauptverantwortlich war der Oberstleutnant im Generalstab in Berlin Robert Bernardis (1908–1944), ein Freund von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem Kopf des Widerstandes. Auf Basis der Anweisungen Bernardis' wurde Szokoll mit der Aufgabe betraut, die Operation Walküre in Wien zu organisieren. Darüber hinaus gelang es ihm, ein Netz von regimekritischen Vertrauten in seinem engeren Wirkungskreis in Wien aufzubauen. Als das von Claus Graf Schenk von Stauffenberg durchgeführte Attentat am 20. Juli 1944 zu glücken schien, war es Szokolls Verdienst, dass "Walküre" in Wien vollständig umgesetzt wurde und die Wehrmacht für vier Stunden die Kontrolle über den NS-Machtapparat übernahm.

Besichtigung der zerstörten Baracke in der „Wolfsschanze“ (mittig v.l.n.r.: Martin Bormann, Hermann Göring, Bruno Loerzer)
Besichtigung der zerstörten Baracke in der „Wolfsschanze“ nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 (mittig v.l.n.r.: Martin Bormann, Hermann Göring, Bruno Loerzer); Foto: Bundesarchiv

Durch unglückliche Umstände überlebte Hitler jedoch das Attentat und die gesamte Umsetzung der Operation scheiterte. Szokolls Rolle blieb den NS-Schergen verborgen, da er die "Walküre-Befehle" über eine nicht nachverfolgbare interne Telefonleitung erhalten hatte.

Hingegen fiel der Stabschef im Wiener Kommando, Heinrich Kodré, der Rache des Regimes zum Opfer. Zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen, wurde Kodré im November 1944 erneut verhaftet und im Jänner 1945 ins KZ Mauthausen überstellt.

Szokoll blieb nicht nur völlig unentdeckt, sondern wurde sogar zu seinem eigenen Erstaunen am 1. August 1944 zum Major befördert und zum Leiter einer Außenstelle des Oberkommandos des Heeres für den Bereich des Südostens ernannt.

"Operation Radetzky"

Wiener Operation
Wiener Operation; Foto: Mil.ru

In der Zwischenzeit hatten sich verschiedene österreichische Widerstandsgruppen zur "O5" vereinigt – die 5 stand für den fünften Buchstaben im Alphabet und damit "O5" für Österreich. Ziel der Gruppe war es, einen raschen Sieg der Alliierten zu befördern und ein baldiges Kriegsende herbeizuführen.

Szokoll hielt losen Kontakt zu der Gruppe, setzte aber in der Folge keine weiteren Widerstandshandlungen, um nicht ins Visier der NS-Ermittler zu geraten. Doch als die "Rote Armee" Ende März 1945 immer näher an die vormaligen österreichischen Grenzen heranrückte, entschloss sich Szokoll zu handeln.

Erneut sollte er im Mittelpunkt der Aktivitäten zur Bekämpfung des NS-Regimes in (Ost-)Österreich stehen.Seine zentrale Rolle begünstigte der Umstand, dass er mit der Ausarbeitung eines Plans zur Verteidigung Wiens im Fall des Anrückens der "Roten Armee" beauftragt worden war. Sollte Wien nicht zu halten sein, hatte er Vorbereitungen zu treffen, um die zentrale Infrastruktur Wiens mittels Sprengladungen zu zerstören. Solche Pläne hatten auch für das besetzte Paris bestanden, waren aber vom dortigen deutschen Kommandanten verschleppt und schließlich nicht ausgeführt worden.

Ähnliches plante Szokoll. Er erleichterte der "Roten Armee" den Zugang über den Westen, indem er die für die Verteidigung Wiens abkommandierten vier SS-Divisionen im Osten und Süden positionierte. Außerdem sollte der militärische Widerstand eine Lücke im Verteidigungsring öffnen, um den Kampf um Wien möglichst abzukürzen. Dieser Plan erhielt die Bezeichnung "Operation Radetzky".

Radetzky-Statue vor dem Kriegsministerium, 1915
Radetzky-Statue vor dem Kriegsministerium, 1915; Foto: Wien Museum

Radetzky-Statue am Stubenring

Szokoll ging täglich an dem Denkmal "des großen österreichischen Feldherrn Radetzky", wie er ihn in seiner Autobiographie nennt, und dem Namensgeber der Operation, die den Kampf um Wien verkürzen sollte, vorbei.

Das Grillparzer-Zitat am Fuß des Denkmals "In deinem Lager ist Österreich" erinnert ihn an seinen Treueeid – für ein "Vaterland, das bald danach zu existieren aufgehört hatte."

Die Radetzky-Statue stand schon vor dem früheren k. u. k. Kriegsministerium am Hof und wurde anlässlich des Neubaus an den Stubenring versetzt, wo sie bis heute steht.

Die Befreiung Wiens

Widerstandskämpfer Ludwig Steiner (rechts im Bild), Teil der Gruppe „O5“, beim Treffen mit Vertretern der US-Armee, 103. Infanterie-Division, mit Lieutenant Peter Random und Major Bland West am Gendarmerieposten Zirl, um den 3. Mai 1945.
Widerstandskämpfer Ludwig Steiner (rechts im Bild), Teil der Gruppe „O5“, beim Treffen mit Vertretern der US-Armee, 103. Infanterie-Division, mit Lieutenant Peter Random und Major Bland West am Gendarmerieposten Zirl, um den 3. Mai 1945. Foto: Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes

Die Ausführung des Plans begann am 2. April 1945 Gestalt anzunehmen. Oberfeldwebel Ferdinand Käs, ein Vertrauensmann von Szokoll, und sein Fahrer Johann Reif gelangten im Auftrag von Szokoll zum Stab der 9. Garde-Armee der 3. Ukrainischen Front unter General Vasilij V. Glagolev nach Hochwolkersdorf. Sie übergaben Informationen über die Stärke der Verteidiger und machten Vorschläge für das weitere operative Vorgehen. Die Kontaktaufnahme war zuvor von der "O5" mit einem sowjetischen Vertreter in Paris abgesprochen worden.

Am 4. April kehrten Szokolls Vertraute nach Wien zurück und unterrichteten diesen über die Vereinbarungen, die nach den Vorstellungen der Sowjets einen Aufstand des österreichischen Widerstandes inkludierten. In der Nacht vom 5. auf den 6. April nahm die Ausführung des Plans zunächst seinen geplanten Gang. Die sowjetischen Truppen kündigten vereinbarungsgemäß den Beginn des Angriffs mit Leuchtkugeln an und Vertreter des militärischen Widerstandes antworteten mit einem ebensolchen Signal. In der Zwischenzeit, am 5. April, war der Plan jedoch verraten worden, worauf Major Karl Biedermann, neben Szokoll einer der Köpfe des militärischen Widerstandes, nach stundenlangen Verhören den gesamten Plan gestand.

Albrechtsrampe, Wien 1, 15. Juli 1945
Trotz des verkürzten Kampfes um Wien waren die Zerstörungen in der Stadt beträchtlich. Bild: Albrechtsrampe, Wien 1, 15. Juli 1945; Foto: Wiener Stadt- und Landesarchiv

Er und zwei Mitstreiter, Hauptmann Alfred Huth und Oberleutnant Rudolf Raschke, wurden daraufhin standrechtlich zum Tode verurteilt und am Floridsdorfer Spitz als "Verräter" gehängt. Um Szokoll
zu fassen, wurde ein Jagdkommando von SS-Einheiten ausgeschickt. Recht-zeitig von Käs gewarnt, konnte er jedoch der Verhaftung entgehen. Ein Versuch, in Hütteldorf zu den Sowjets überzulaufen, scheiterte zwar, aber es gelang Szokoll, sich in der Wohnung einer Kommunistin zu verstecken. Nach der Befreiung der westlichen Wiener Bezirke am 10. April 1945, meldete er sich beim Stab der sowjetischen Truppenteile, wo ihn ein Generaloberst der "Roten Armee" empfing. Zwischendurch hatte er Kontakt mit Raoul Bumballa, dem Vorsitzenden des sogenannten "Siebenerausschusses" der "O5" im Palais Auersperg, hergestellt. Die Widerstandsgruppe war seit Ende März 1945 vom Plan Szokolls informiert, wobei Vorgespräche mit dem Adjutanten Szokolls, Oberleutnant Otto Scholik, sowie Raschke und Huth bereits zuvor stattgefunden hatten. Wenig später, am 13. April 1945, war der Kampf um Wien beendet.

In russischer Gefangenschaft

Palais Epstein, 1947, damalige sowjetische Kommandantur in Wien.
Palais Epstein, 1947, damalige sowjetische Kommandantur in Wien. Foto: Wien Museum

Dank für seine Tat erntete Szokoll im Nachkriegsösterreich zunächst keinen. Schon kurz nach der Befreiung Wiens durch die "Rote Armee" geriet er in das Fadenkreuz der Sowjetarmee. Gemeinsam mit Mitgliedern der "O5" und des militärischen Widerstandes wurde er am 15. April 1945 verhaftet.

Am 2. Juni gelang ihm zwar die Flucht, aber am 5. September folgte die neuerliche Verhaftung. Am 17. Oktober wurde er endgültig aus der russischen Gefangenschaft freigelassen, weil sich herausstellte, dass er zwar Kontakte zu den Westmächten geknüpft hatte, jedoch kein amerikanischer Spion war.

Neuanfang in der Filmindustrie

Carl Szokoll (rechts) bei Dreharbeiten
Carl Szokoll (rechts) bei Dreharbeiten; Foto: Privat

Nach dem Krieg hatte Carl Szokoll zunächst eine wenig erfolgreiche Anstellung als Lektor eines Kinderbuchverlages, ehe er mit dem Filmgeschäft in Berührung kam. In dieser Rolle bekam er erste Aufträge als Dokumentarfilmer für die USA und die Sowjetunion. Szokoll fand darin zu seiner künstlerischen Berufung. 1949 stieg er als Produktionsleiter bei der Helios-Film ein. Später arbeitete er auch für die Schönbrunn- und Cosmopol-Film Gmbh. In dieser Funktion war er an sehr erfolgreichen Produktionen wie den Antikriegsfilmen "Die letzte Brücke" (1954) und "Der letzte Akt" (1955) beteiligt.

In der österreichisch-russisch-englischen Koproduktion "Operation Radetzky" (1992) verarbeitete er dokumentarisch die dramatischen Ereignisse der letzten Kriegstage rund um die Befreiung Wiens. 1961 gründete Szokoll seine eigene Produktionsfirma "Neue Delta". Resultat seiner engen Zusammenarbeit mit Regisseur Franz Antel (1913-2007) war etwa die vierteilige Filmreihe "Der Bockerer" (1981-2003). Weiters publizierte er unter anderem "Der gebrochene Eid" (1985) und seine Autobiographie "Die Rettung Wiens 1945" (2001).

Späte Würdigung

Carl Szokoll anlässlich seiner Ernennung zum „Bürger ehrenhalber der Stadt Wien“ mit Vertretern des Österreichischen Bundesheeres: v.l.n.r. Major Meierhofer, Generalmajor Semlitsch, Vizeleutnant Hadetler, Carl Szokoll, Brigadier DDr. Slacek, Univ.-Prof. Dr. Rauchensteiner.
Carl Szokoll anlässlich seiner Ernennung zum „Bürger ehrenhalber der Stadt Wien“ mit Vertretern des Österreichischen Bundesheeres: v.l.n.r. Major Meierhofer, Generalmajor Semlitsch, Vizeleutnant Hadetler, Carl Szokoll, Brigadier DDr. Slacek, Univ.-Prof. Dr. Rauchensteiner. Foto: stadt wien / büchereien

Erst spät erfuhr Szokolls Kampf gegen das NS-Regime jene Würdigung, die seiner Bedeutung gerecht wurde. Szokoll und seine Gesinnungsgenossen standen mit ihrer Beteiligung an den Operationen "Walküre" und "Radetzky" für jene "Vorleistung für die Existenz eines unabhängigen, freien Österreichs", die die Alliierten in der Moskauer Deklaration von 1943 verlangt hatten.

Darüber hinaus leistete Szokoll der Stadt Wien und seiner Bevölkerung unschätzbare Dienste, die ihr ein ähnliches Schicksal, wie das der von Straßenkämpfen schwer zerstörten Städte Budapest oder Berlin, ersparten.
Dem militärischen Widerstand um Szokoll war es vor allem gelungen, die regimetreuen SS-Offiziere, die vermuteten, dass die gesamte Gruppe um den Kampfkommandanten vom Widerstand unterwandert war, zu verunsichern, was den Rückzug der deutschen Truppen begünstigte.

Zu den Ehrungen Szokolls zählte das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich im Jahr 1985 und der Ehrenring der Stadt Wien 1995. Ein Jahr vor seinem Tod wurde Szokoll zum "Bürger ehrenhalber der Stadt Wien" ernannt.

12. Oktober 2015: Bundespräsident a.D. Heinz Fischer und Verteidigungsminister a.D. Gerald Klug vor dem Denkmal für Carl Szokoll im Innenhof des Verteidigungsministeriums anlässlich der Gedenkfeier zum 100. Geburtstag Carl Szokolls.
12. Oktober 2015: Bundespräsident a.D. Heinz Fischer und Verteidigungsminister a.D. Gerald Klug vor dem Denkmal für Carl Szokoll im Innenhof des Verteidigungsministeriums anlässlich der Gedenkfeier zum 100. Geburtstag Carl Szokolls. Foto: Bundesheer/Gunter Pusch

Er starb am 25. August 2004 in seiner Heimatstadt und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof beigesetzt (Gruppe 33 G, Grab 33). An seinem ersten Todestag wurden im Beisein der höchsten Vertreter des Landes und seiner Witwe der Innenhof des österreichischen Verteidigungsministeriums in Carl-Szokoll-Hof und 2008 in Wien-Alsergrund der Carl-Szokoll-Platz nach ihm benannt.

Eine Gedenktafel sowie eine "Gewissens-Skulptur" erinnern an den Widerstandskämpfer und österreichischen Patrioten. Am Ort seiner militärischen Ausbildung in Wiener Neustadt erhielt der Park gegenüber der Militärakademie 2009 seinen Namen.

Carl Szokoll anlässlich seiner Ernennung zum „Bürger ehrenhalber der Stadt Wien“
Carl Szokoll anlässlich seiner Ernennung zum "Bürger ehrenhalber der Stadt Wien"; Foto: stadt wien / büchereien

Carl Szokoll zur Pflicht des Widerstandes

"... Gibt es jedoch über dieses Recht hinaus nicht nur ein Recht, sondern sogar eine Pflicht des Widerstandes? Ja ... vielleicht nicht als geschriebenes, staatstragendes Gesetz, sondern als Maxime für das Handeln jedes einzelnen seiner Bürger – denn allein diese Pflicht des Widerstandes gegen den das Unrecht befehlenden Gewalthaber sichert den Fortbestand unserer Demokratie ..."

Gedenktafel für Carl Szokoll im Regierungsgebäude am Stubenring

Anlässlich des 80. Jahrestages der "Operation Walküre" und des 20. Todestages von Carl Szokoll wurde eine Gedenktafel zu Ehren des Widerstandskämpfers an der Fassade des Regierungsgebäudes am Stubenring enthüllt.

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