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Carl Szokoll erhält sichtbares Zeichen zur Würdigung seiner Verdienste Retter Wiens erhält Gedenktafel

Bundesminister Kocher, Richard Szokoll und Generalsekretärin Landrichtinger bei der Gedenktafelenthüllung für Carl Szokoll
Bundesminister Kocher, Richard Szokoll und Generalsekretärin Landrichtinger bei der Gedenktafelenthüllung für Carl Szokoll
 
Foto: Enzo Holey

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde heute eine Gedenktafel am Regierungsgebäude am Stubenring enthüllt, die an den Widerstandkämpfer Carl Szokoll erinnert. Vom Stubenring aus organisierte er den Widerstand gegen das NS-Regime. Er war unter anderem an der "Operation Walküre" beteiligt, um die Nazi-Herrschaft 1944 frühzeitig zu beenden. Nachdem das Attentat auf Hitler scheiterte, konnte er im Rahmen der "Operation Radetzky", in Zusammenarbeit mit der Roten Armee, die Befreiung Wiens unterstützen und weitere Zerstörung abwenden.

An der Veranstaltung nahmen Bundesminister Martin Kocher, Bundeminister Johannes Rauch, Bundesminister Norbert Totschnig und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka teil und gedachten dem Wirken von Carl Szokoll für die Republik Österreich. Geladen waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde, Historikerinnen und Historiker sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, dem Kulturbereich und dem Klerus.

"Das heutige Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft befindet sich nicht nur im ehemaligen k.u.k. Kriegsministerium. Das Regierungsgebäude hier am Stubenring war von 1938 bis 1945 die zentrale Schaltstelle für die militärische Sicherheit weiter Teile Österreichs und somit Teil der Gewaltherrschaft des NS-Regimes. An diesem geschichtsträchtigen Ort formierte sich aber auch der Widerstand gegen die Nationalsozialisten, in dem Carl Szokoll eine tragende Rolle einnahm. Deshalb gedenken wir des Widerstands in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte und besinnen uns auf jene Werte, die ein freies und prosperierendes Österreich ermöglichen", betont Bundesminister Martin Kocher in der Eröffnungsrede.

"Carl Szokoll und weitere Offiziere organisierten vom Regierungsgebäude am Stubenring aus die Operation Walküre ebenso wie die Operation Radetzky. Zurecht wurde ihnen in der historischen Aufarbeitung ein wichtiger Platz zuteil. Gleichzeitig wurden tausende Deserteure, Wehrdienstverweigerer von der NS-Militärjustiz hier am Stubenring verfolgt. Auch sie riskierten ihr Leben im Widerstand gegen das Regime - ein wichtiger, wenngleich weniger prominenter Teil des Widerstands. Es ist ein schönes, passendes Zeichen, dass die Gedenktafeln für Carl Szokoll und für die vielen Opfer der NS-Militärjustiz heute Seite an Seite die Facetten des Widerstands gegen dieses Unrechtsregime sichtbar machen", so Sozialminister Johannes Rauch.

Bundesminister Norbert Totschnig betont in seiner Rede: "Carl Szokolls Mut und Engagement haben wesentlich dazu beigetragen, die Weichen für ein freies und demokratisches Österreich zu stellen. Also jenes Österreich in dem wir alle heute leben. Das verdient unsere tiefste Anerkennung und Dankbarkeit."

"Carl Szokoll steht für Mut und Menschlichkeit während des dunkelsten Kapitels unseres Landes. Seine Lebensgeschichte zeigt, dass der entschlossene Einsatz gegen totalitäre Regime nicht nur ein Akt der Verteidigung gegen Unrecht ist, sondern vor allem eine Verpflichtung, für Gerechtigkeit einzutreten. Sein Erbe lebt weiter als Mahnung und verpflichtet jeden Einzelnen, unermüdlich für Freiheit und Demokratie einzustehen. Die Gedenktafel am Stubenring erinnert daran, sich für eine Welt einzusetzen, in der Toleranz und Respekt die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben bilden und Antisemitismus keinen Platz hat", so Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka.

Über Carl Szokoll

Carl Szokoll war ein bedeutender österreichischer Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Geboren in Wien, trat er 1934 ins österreichische Bundesheer ein und wurde nach dem "Anschluss" 1938 in die deutsche Wehrmacht übernommen. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in Polen und Frankreich, bis er 1941 schwer verletzt wurde und in den Garnisonsdienst nach Wien versetzt wurde. Dort fungierte er als Verbindungsmann für Claus Graf Schenk von Stauffenberg und spielte eine zentrale Rolle bei der "Operation Walküre", die das Ziel hatte, die Nazi-Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Als das Attentat scheiterte konnte er unerkannt bleiben. 1945 war er in der "Operation Radetzky" maßgeblich an der Befreiung Wiens beteiligt und konnte durch die Zusammenarbeit mit der Roten Armee größere Schäden für die Stadt und die Zivilbevölkerung vermeiden.

Nach dem Krieg engagierte er sich in der Filmproduktion und schrieb mehrere Bücher über seine Erlebnisse. Szokoll starb 2004 in Wien und wurde für seine Verdienste mehrfach geehrt​.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://bit.ly/468z0Vz

Fotos der Gedenktafel-Enthüllung finden Sie auf der Flickr-Seite des BMAW

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